Das Helmut-Kohls-Turnier: Förderung für junge Talente

Kathrin Sewald und Simon Knudsen geben beim Helmut-Kohls-Turnier alles, was Organisator Thomas Fiebig (hinten links) und Schiedsrichter Jürgen Göldenboog (hinten rechts) sehr freut.

Neben den drei offenen Turnieren gibt es beim Sparkassen Open auch noch das Helmut-Kohls-Turnier (HKT), das bereits seit einem Jahrzehnt existiert. Der Grund: Junge Talente aus der Region sollen gefördert werden.

Zehn jugendliche Schachspieler treten in neun Runden gegeneinander an. Jeder spielt gegen jeden. Die Jugendlichen, die unter 20 Jahren sein müssen, liegen im Spielstärkenbereich von 2000 bis 2200. Neben Spielern aus Dortmund und Umgebung sind auch zwei Niederländer dabei. „Je mehr man spielt, desto mehr Erfahrung hat man und desto besser wird man“, erklärt Organisator Thomas Fiebig die Motivation für das Turnier. Er hat eine lange Verbundenheit mit dem Turnier: „Ich war bereits beim ersten HKT als Teilnehmer dabei.“ Früher war das Turnier vorgesehen, um Normen für den Titel des Internationalen Meisters zu erzielen. Seit 2015 organisiert Thomas das Turnier. „Ich war dagegen, es als Normenturnier fortzusetzen, da ich lieber junge Spieler aus der Umgebung fördern möchte“, erklärt er den Grund für die Änderung.

Das Helmut-Kohls-Turnier (HKT) findet bereits seit 2008 im Rahmen des Sparkassen Chess-Meetings statt und feiert damit zehnjähriges Bestehen. Benannt ist es nach Helmut Kohls, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dortmund. Er war auch maßgeblich an der Gründung der Dortmunder Schachschule e.V. beteiligt. Das HKT ist ein Einladungsturnier. „Ich schaue im Vorfeld, wer für das Turnier geeignet ist, und schreibe ihn oder sie dann an“, erklärt Thomas Fiebig. „Sophie Bork (SG Mengede) hat sich in ihrem letzten Jugendjahr noch einmal stark verbessert, so dass sie natürlich die Gelegenheit bekommen hat, im HKT zu spielen.“

Die Teilnehmer sind alle ziemlich gute Spieler. Maximilian Wensing (SG Ahaus-Wessum) ist aktueller U16-NRW-Meister. Erik Pahl (Delmenhorster SK) landete dieses Jahr in den Top Ten der deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften in der Altersklasse U14. Paul-Luca Wübker (SG Bochum) war Dritter bei der NRW-Meisterschaft U18 und hat die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft nur knapp verpasst. Nikolay Kartsev und Vitaliy Garbuz (beide bei den SF Brackel) waren bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft mit ihrer Mannschaft Dritter in der Altersklasse U16.

Teilnehmerin Kathrin Sewald (SG Porz) ist NRW-Meisterin der U18W. „Die erste Runde war nicht so der Hammer, da ich verloren habe. Danach habe ich aber dreimal gewonnen“, freut sich die Kölnerin. Dabei stand sie bei zwei der Spiele nach der Eröffnung schlecht. Bei einem Spiel führte aber auch ihr Gegner zwei komplett schlechte Züge aus, beim anderen konnte sie rekonsolidieren. „Heute war ich zu Anfang richtig gut, hab dann aber nicht so gut gespielt. Da mein Gegner aber nicht so gut verteidigt hat, klappte es trotzdem.“

Die 17-Jährige ist vom Schachspiel begeistert, seit sie sechs Jahre alt ist. „Mein Vater hat es mir beigebracht“, erinnert sie sich. Sie schätzt am Spiel, dass es sehr fair ist. „Beide Gegner haben die gleichen Möglichkeiten, ob 5- oder 80-Jähriger. Zudem hilft es in der Schule, da es die Konzentrationsfähigkeit steigert. Auch in Mathe und Deutsch habe ich mich gesteigert.“ Da kam ihr bei den Abi-Klausuren zugute. In diesem Jahr wurde sie bei den deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften Dritte (trainiert von Thomas Fiebig), womit sie sich für die WM und EM qualifiziert hat. Ich habe mich für die EM entschieden, die zeitlich besser passt, da ich ab September Maschinenbau studieren werde.“

Simon Knudsen (SF Brackel) etwa hat 2017 das B-Open gewonnen. „Im vergangenen Jahr war seine Elo-Zahl noch unter 2000, jetzt hat er bereits 2200. Er hat sich also enorm gesteigert“, beschreibt Thomas Fiebig. Bisher ist es für ihn ziemlich gut gelaufen. „Ich habe dreimal gewonnen und einmal unentschieden gespielt“, sagt er. Derzeit ist er Erster in der Wertung. „Ich spiele seit der Grundschule“, erzählt der 18-Jährige, der in der Jugendbundesliga West spielt. Obwohl er in Gelsenkirchen wohnt, ist er doch Mitglied bei den SF Brackel. Zum Schach kam er durch den Hauptschiedsrichter des HKT, Jürgen Göldenboog. „Er leitete an meiner Grundschule eine Schach-AG.“

Dass Taktik und Logik beim Schach eine große Rolle spielen, gefällt ihm an seinem Sport. Das HKT schätzt er dafür, dass er hier auf gleichstarke Gegner trifft. Die Partien sind spannend, und man kann auch mal gegen ausländische Gegner spielen“, freut er sich.

Mit Dries Wedda und Bas de Boer sind auch in diesem Jahr wieder Niederländer dabei. „In den vergangenen Jahren haben immer Niederländer gewonnen. Das wollen die beiden bestimmt wiederholen“, spekuliert Thomas Fiebig schmunzelnd. „Bisher lief alles gut“, freut sich Hauptschiedsrichter Jürgen Göldenboog, der dem HKT auch schon seit Jahren verbunden ist. Er beobachtet die Paarungen ganz genau, nicht nur der Fairness wegen. Auch die Spiele interessieren ihn. „Ein Spieler hat wegen Zeitmangel verloren. Er hätte auch ein Remis herausholen können.“