Hinter den Kulissen: „Ein eingespieltes Team“

Das Orga-Team sorgt dafür, dass bei den Sparkassen Open alles nach Plan läuft

Seit einigen Tagen sind die Sparkassen Open nun bereits im vollen Gange. Alles läuft nahezu reibungslos – aber wer sorgt vor und hinter den Kulissen dafür? Und wieviel Arbeit steckt eigentlich dahinter?

„Die Vorbereitung beginnt eigentlich schon nach dem vorherigen Turnier“, sagt Sven Krüger vom Organisationsteam. Ein, zwei Wochen nach Ende des offenen Turniers setzt sich das gesamte Team zusammen und zieht ein Fazit. „Wir schauen, was gut und was schlecht gelaufen ist.“

Die konkreten Vorbereitungen beginnen aber erst Anfang des folgenden Jahres. Den Löwenanteil übernehmen Christian Goldschmidt, der auch Turnierleiter ist, und Werner Wilfried Jentzsch, wie Goldschmidt im Vorstand der Schachfreunde Brackel. „Beide sind mit dem Fritz-Henßler-Haus gut vernetzt und kümmern sich frühzeitig um die Räume“, erklärt Sven Krüger, der auch Jugendkassierer bei den Schachfreunden ist. Er selbst kümmert sich unter anderem um die Online-Anmeldungen und die Homepage sowie das Archiv.

Martin Siebert, Vorsitzender der Schachfreunde Brackel, behält als übergeordneter Koordinator alles im Blick. Er beruft regelmäßig Sitzungen ein, auf denen sich alle Beteiligten abstimmen. Außerdem ist er für die Flyer zuständig. Den Kontakt zum „großen Bruder“, dem Sparkassen Chess-Meeting, in dessen Rahmen die Open stattfinden, hält Jürgen Böhm, Spielleiter bei den Schachfreunden. Er geht zu den Sitzungen des Chess-Meetings, um beides aufeinander abzustimmen.

Der Höhepunkt ist meist der Freitag vor dem Start des Open, wenn alles aufgebaut wird. „Werner Wilfried Jentzsch ist da immer der Vorreiter. Wenn wir alle für 13 Uhr verabredet sind und ankommen, hat er schon alles aufgebaut“, erklärt Sven Krüger. „Er hält alles zusammen, kümmert sich um das Material und ist als Schiedsrichter aktiv.“ Christian Goldschmidt übernimmt ebenfalls große Teile und gibt alle Teilnehmer – in diesem Jahr über 220 – in eine Datei ein. Er bringt außerdem alle Materialien für das Orga-Team wie etwa die Kasse, der Drucker oder Teilnehmerlisten mit. Außerdem organisiert er Getränke und Süßigkeiten für das Orga-Team und meldet Open und Helmut-Kohls-Turnier bei der FIDE an.

„Wir sind ein eingespieltes Team“, freut sich Sven Krüger darüber, dass es kaum Probleme gibt. „Es ist aber auch schon mal passieren, dass Partieformulare erst zwei Tage nach Turnierstart angekommen sind“, verrät er schmunzelnd. Die Spielsäle werden von den Schiedsrichtern Steffan Uhlenbrock, Wilfried Werner Jentzsch, Jürgen Göldenboog, Dirk Husemann, Marcel Aulich und ihren Helfern vorbereitet. „Vor dem Turnier machen wir immer eine Generalprobe und testen alles“, ergänzt Christian Goldschmidt.

Für das Helmut-Kohls-Turnier, das im Rahmen der Sparkassen Open stattfindet, ist Thomas Fiebig als Leiter voll im Einsatz. Er bemüht sich, zehn Spieler aus Dortmund und der Umgebung, aber auch aus dem Ausland für ein hochkarätiges Spielerfeld zusammenzubekommen. Dafür ist er auch mit den Jugendnationaltrainern in engem Kontakt.

Während des Turniers ist das Team – neben einem reibungslosen Ablauf – vor allem damit beschäftigt, die Partien in Chessbase einzugeben und online zu stellen. Einer von ihnen ist Marcel Luft, der eifrig Züge in den Laptop eingibt. Dabei gibt es immer wieder Probleme, auf die das Team leider keinen Einfluss hat: „Die Zettel, auf denen die Spieler ihre Spielzüge aufschreiben, sind oft sehr unleserlich. Teilweise sind die Buchstaben richtig, aber die Zahlen falsch“, erklärt Jonas Heyden leicht genervt. „Manchmal werden auch Züge vergessen oder Spalten verwechselt“, ergänzt sein Bruder Stefan. Dabei wäre es auch im Sinne der Spieler selbst, ihre Partien ordentlich zu notieren.

Über die Jahre hat sich bei den Open einiges verändert. „Als ich vor 15 bis 20 Jahren das erste Mal dabei war – noch als Spieler –, saß Christian in einem kleinen Kämmerchen und gab die Partien ein“, erinnert sich Sven Krüger. Nach und nach kamen Sven und andere dazu und halfen hobbymäßig mit. Über die Jahre wurde es immer professioneller. Der Schachversand Niggemann ist schon seit Jahren dabei. „Als die Open im Rathaus waren, hat Marcel Aullich einmal den Verkauf für Niggemann gemacht“, erzählt Sven Krüger. „Er hat sehr viel verkauft. Er hat ein großes Wissen und konnte viel empfehlen.“

Früher gab es nach den Open immer kleine Hefte für 50 Cent, in denen neben den Partien auch kleine Rätsel und ähnliches abgedruckt wurden. In Zeiten des Internets wurde aber auf die „Papierverschwendung“ verzichtet.

Die Open sind im Laufe der Jahre ganz schön „rumgekommen“. Zu den früheren Stationen gehören unter anderem das Opernhaus, die Westfalenhallen, das Rathaus und der Goldsaal. Der Start war allerdings in der Ausstellungshalle im Westfalenpark. „Im Rathaus mussten wir an der Garderobe sitzen.“ Mittlerweile gibt es im Fritz-Henßler-Haus deutlich mehr Platz; sowohl für die Spieler als auch für das Orga-Team, das einen eigenen Raum zur Verfügung hat.

Der letzte Tag wird naturgemäß auch wieder etwas stressiger: Die Siegerehrung steht an und alles muss wieder abgebaut werden. Und danach? Dann geht es schon fast wieder in die Vorbereitung für die Sparkassen Open 2019. Den nach dem Turnier ist vor dem Turnier…