Dieser Senior hält sich mit Schach fit

Er dürfte einer der ältesten Spieler bei den Sparkassen Open sein: Gerhard Ziemek. Der 85-Jährige spielt seit seiner Jugend Schach – startete aber erst im Alter so richtig durch.

Zum Schach kam Gerhard Ziemek im Alter von etwa 20 Jahren. Zu seiner Zeit hat man erst später angefangen Schach zu spielen. „Ich habe nur privat mit meinen Brüdern Schach gespielt“, erinnert er sich. „Ich war nicht im Verein und habe auch keine Turniere gespielt.“ Der Beruf ging damals vor: „Ich habe mich mit 23 Jahren als Dachdeckermeister selbständig gemacht.“ Etwa um die gleiche Zeit – Ende der 1950er-Jahre – heiratete er und zog von Hemer nach Dortmund. Mittlerweile wohnt der gebürtige Ostpreuße in Fröndenberg.

Anfang der 1960er-Jahre kam Bewegung in Gerhard Ziemeks Schachkarriere. Er trat dem Dortmunder Schachverein bei, Ende der 1970er dem SVG Marten-Bövinghausen. „Damals wohnte ich in Lütgendortmund, wo der SGV auch seinen Sitz hat“, beschreibt er. Er war erst passives Mitglied, nahm aber später auch an Wettkämpfen teil.

Als Rentner wurde er richtig aktiv im Schach

Seit er in Rente ist, spielt er verstärkt, auch auf Turnieren wie dem Sparkassen Open. Dabei hat er schon einige Erfolge errungen. Unter anderem wurde er Vereinsmeister und Pokalsieger, und das in jedem seiner Vereine. Beide Vereine finden ihn auch heute noch in ihren Reihen. Er geht regelmäßig zu den Trainingsrunden. „Mir geht es vor allem darum, fit im Kopf zu bleiben“, verrät er. „Man merkt, dass das Schachspielen hilft.“

Beim Open tritt Gerhard Ziemek im B-Turnier an. „Ich habe dreimal verloren“, gibt er lächelnd zu. „Mir passieren Fehler, die ich sonst nicht mache.“ Vermutlich sei er abgelenkt durch andere Dinge. Auch das Alter wirke sich aus. „Man überlegt oft zu lange, und macht dann Fehler, die man sonst nicht machen würde“, ärgert er sich. Ziemek wirkt aber keinesfalls hinfällig oder gar senil. Im Gegenteil: Schach scheint ihn wirklich fitzuhalten. Die Schachtage hat er von Anfang an, seit 1973, besucht.

Neue Medien sind für Gerhard Ziemek kein Fremdwort
Den neuen Medien gegenüber ist Gerhard Ziemek aufgeschlossen – auch bei seinem Hobby. „Ich spiele auch am Computer Schach“, beschreibt er. „Da ich früher auch am PC gearbeitet habe, war es nur logisch das Gerät zu nutzen.“ Das will er auch weiter nutzen, um geistig fit zu bleiben. „Wenn ich das Schachspielen einmal aufgebe, lässt meine geistige Leistungsfähigkeit bestimmt nach“, schätzt er.

Schach ist aber nicht der einzige Sport, den Gerhard Ziemek in seinem Leben ausgeübt hat. „In meiner Jugend bin ich Radrennen gefahren“, erinnert er sich. Für ein oder zwei Jahre übte er diese Sportart in einem Verein in Hemer aus. „Nebenbei habe ich auch Handball gespielt.“ Beim Handball blieb er länger dabei. „Man muss in der Jugend was tun“, findet er. Heutzutage haben die Kinder und Jugendlichen seiner Meinung nach zu wenig Bewegung. „Wir sind meist zur Schule gelaufen. Die Kinder heute werden von ihren Eltern mit dem Auto gebracht“, gibt er ein Beispiel.

Gerhard Ziemek findet, dass auch der Vereinsschach Veränderungen durchmacht. „Die Beteiligung war früher sehr viel größer“, bedauert er. Generell gebe es weniger Vereine und weniger Mannschaften. „Andere Dinge wie Fernsehen und andere Medien sind vielen wohl wichtiger.“ Für die Jugend werde aber durchaus was getan: „Bei den Schachfreunden Brackel wird einiges unternommen, auch in meinen Vereinen.“ An den Schulen tue sich ebenfalls viel. Das Problem sei, dass viele nicht dabeiblieben. „Sie werden ausgebildet, und dann sind sie beruflich gebunden, studieren oder ziehen weg und verlassen so ihren Verein.“